Kundgebung auf dem Achimer Marktplatz: Starke Zeichen und Wortbeiträge für Vielfalt, Toleranz und Europa

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Rund 500 Menschen versammelten sich am 3. März 2024 nachmittags bei frühlingshaftem Wetter auf dem Achimer Marktplatz, um bei einer Kundgebung „für Demokratie, Vielfalt und Europa“ zu demonstrieren. Ein breites Bündnis von Parteien, Verbänden und Vereinen aus dem Landkreis Verden hatte sich dem Aufruf der Europa-Union im Kreis Verden angeschlossen. Die vielen Teilnehmenden setzten zusammen mit guten Wortbeiträgen ein starkes Zeichen gegen Hass, Hetze und Rechtsextremismus. Auch wir Grünen hatten intensiv für die Demo mobilisiert.

Dorothee Danèl hatte als stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Verden der Europa-Union die Versammlungsleitung übernommen. Als sich die Ordner*innen mit unserer Grünen Ratsfrau um 14.30 h im Rathaus trafen, trudelten langsam die ersten Teilnehmenden auf dem Marktplatz ein. Sie hatten das Vergnügen, bei Sonnenscheinder Sängerin Rike Mey beim Soundcheck zuzuhören.

Achim ist und bleibt bunt

Als die charmante rothaarige Sängerin eine halbe Stunde später mit zwei Liedern und ihrer ausdrucksstarken Stimme die Kundgebung eröffnete, war der Marktplatz mit etwa 500 Menschen bestens gefüllt. „Verden ist bunt!“ war auf Plakaten zu lesen oder „Jeder Extremist ist Mist!“. Auf einem langen weißen Banner stand: „Wir brauchen keine Alternative für Demokratie.“ Ein anderes Plakat forderte: „Rote Karte für Nazis!“. Neben den vielen „Omas gegen Rechts“ bekannte eine junge Frau durch ihr Plakat: „Ich mag alle Farben außer Braun!“

Die Achimer Ratsvorsitzende Ute Barth-Hajen (Grüne) begrüßte zusammen mit Dorothee die Teilnehmenden und moderierte die Veranstaltung. „Ich bin auch als Achimer Bürgerin hier“, betonte Ute, bevor sie freundlich und souverän durchs Programm führte. Gekonnt verknüpfte sie die Lieder und die kurzen vielfältigen Wortbeiträge, darunter Beiträge von Dörte Liebetruth (SPD), die vor allem auf die Bedeutung von Demokratie und Grundgesetz einging, Hella Bachmann (CDU), die als Unternehmerin aus der Gastronomie die Wichtigkeit der Zuwanderung für die Wirtschaft hervorhob und Heiko Bergmann (Leichtathlet vom TSV Achim), der die wichtige Rolle des Sports im Bereich der Integration und Inklusion betonte.

Jugendliche beeindrucken

Besonders eindrucksvoll waren die klaren emotionalen Beiträge von drei Jugendlichen aus Achim. Sie standen als Schülersprecher*innen von Cato, IGS und Gamma selbstbewusst gemeinsam auf der großen Bühne vor der „Alten Feuerwache“ und griffen Themen auf, die sie und ihre Generation besonders berühren.

Für eine bunte Gesellschaft

Maja Falke vom Gymnasium am Markt setzte sich besonders für eine bunte und vielfältige Gesellschaft ein: „Ich stehe hier auch für queere Menschen“, betonte sie und wandte sich entschieden und wütend gegen extremistische und rassistische Tendenzen wie die bekannt gewordenen Deportationspläne aus Kreisen von AFD und anderen Rechtsextremist*innen.

Gegen Hetze im Netz

Lina-Sophie Rauhut verurteilte die zahlreichen fremdenfeindlichen Botschaften auf TikTok und anderen Jugendkanälen. „Das Bürgergeld wird dort Migrantengeld genannt“, nannte die Schülersprecherin an der IGS Achim ein Beispiel dieser Hetze. Sie rief dazu auf, sich in die Politik einzumischen: „Wer sich raushält, der überlässt das Feld denjenigen, die unser Land zugrunde richten wollen.“

Wählen gehen am 9. Juni

Emil Dietzel freute sich sehr über die vielen Menschen auf dem Marktplatz. Der Schülersprecher des Cato-Gymnasiums sprach über Europa und forderte alle dazu auf, bei der EU-Wahl am 9. Juni ihre Stimme abzugeben, denn die EU stehe „für Frieden, Freiheit und Wohlstand“. Die EU-Austrittsplänen der AFD erteilte er eine entschiedene Absage.

Wir brauchen Zuwanderung

Ebenso beeindruckend, locker und charmant vorgetragen war die Rede von Kaventhan Tharmapalan, der als erfolgreicher Achimer Unternehmer stellvertretend für die nach Deutschland eingewanderten Menschen sprach. Seine Eltern waren 1984 nach ihrer Flucht aus Sri Lanka in Deutschland freundlich aufgenommen worden, berichtete er. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Gemeinsam mit seinen Geschwistern ging er hier zur Schule und machte schließlich eine Ausbildung im Bereich Kälte- und Heizungstechnik. „Heute bin ich Unternehmer in Achim und bilde andere junge Menschen aus.“ Es sei „egal, ob jemand schwarz oder weiß, Muslim oder Christ ist“. Er werde dazu beitragen, zugewanderte Menschen hier einzubinden.

Nach einer kurzweiligen Stunde beendete Dorothee die rundum gelungene Veranstaltung: „Das war eine tolle Veranstaltung. Wir haben ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Intoleranz gesetzt.“ Dies untermauerte Sängerin Rike Mey mit dem gefühlvoll vorgetragenen Lennon-Song „Imagine“. Ein wunderbarer und bestens passender Ausklang!

Ein Bericht von Ralph Spill und Dorothee Danél

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