Am Samstag, dem 9. November 2024 jährt sich zum 86. Mal die Reichspogromnacht. Bundesweit wird an diesem Tag an die Opfer der nationalsozialistischen Pogrome und an die systematische Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden erinnert.
Damit wir die unmenschliche Taten des Nazi-Regimes, das den Tod von 6 Millionen Jüdinnen und Juden zu verantworten hat, nicht vergessen, findet in Achim auch in diesem Jahr eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht statt. Startpunkt ist um 17:30 Uhr der Gedenkstein für Liesel Anspacher vor der IGS, Waldenburger Straße 10. Nach einer Begrüßung durch den Ersten Stadtrat Daniel Moos und Redebeiträgen von Schülerinnen und Schülern der IGS, geht es zu Fuß weiter zu den Stolpersteinen der Familie Heilbronn, Obernstraße 38/Bibliotheksplatz. Dort werden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Markt über das Leben der Familie Heilbronn berichten. Danach geht es weiter zum Synagogenplatz, Synagogenweg/Anspacherstraße. Dort gestaltet die Geschichtswerkstatt traditionell den weiteren Verlauf.
Musikalisch eingerahmt wird die Gedenkveranstaltung von Ute Barth-Hajen, Gesang und Ralph-Axel Spill, Gitarre.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen und Bethäuser. Über 7.000 Geschäfte jüdischer Inhaberinnen und Inhaber wurden zerstört und geplündert, mehr als 1.300 Jüdinnen und Juden wurden noch in dieser Nacht ermordet. Die Pogromnacht 1938 bildete den Auftakt zur systematischen, staatlich unterstützten Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und ab 1942 der Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch das NS-Regime. Dieser Völkermord ist in die Geschichtsbücher als Holocaust (engl.) oder Shoah (hebräisch) eingegangen.
Die Synagoge in Achim wurde nicht niedergebrannt, da man befürchtete, das Feuer könne sich auf die „arischen“ Nachbarhäuser ausbreiten. Allerdings wurde die Inneneinrichtung zerschlagen und vor dem Gebäude verbrannt. Das Gotteshaus wurde kurz darauf verkauft und 1987 schlussendlich abgerissen. Seit 1990 erinnert ein Mahnmal am Synagogenplatz an das Gotteshaus. Es trägt folgende Inschrift:
„Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und an die Synagoge, die hier gestanden hat. Am 9. November wurde sie mutwillig zerstört. Vergessen führt in die Verbannung. Erinnern ist jedoch das Geheimnis der Befreiung.“
Um ein deutliches Signal gegen das Vergessen und gegen das neue Erstarken von Faschismus und rechten Kräften zu setzen, sind Achimerinnen und Achimer herzlich eingeladen, diese Veranstaltung durch ihre Teilnahme zu unterstützen. Unser Dank gilt allen Mitorganisierenden aus Schulen, Geschichtswerkstatt, Verwaltung und Politik.
„Nie wieder ist jetzt!“
Artikel kommentieren