Für die überwiegend privaten Haus- und Wohnungsbesitzer*innen in Achim ist die Herstellung der Klimaneutralität ihrer Gebäude eine gewaltige Aufgabenstellung, bei der auch die Stadt gefordert ist, durch Planung, Beratung und Förderung jede mögliche Hilfestellung für die Bürger*innen dieser Stadt zu leisten.

Die Stadt als Mehrheitsaktionär der Stadtwerke muss einerseits die Verlagerung der Primärenergieverteilung weg vom fossilen Erdgas und hin zum Ausbau der Stromnetze und zu „grünem“ Gas forcieren, andererseits aber auch die regionale Speicherung von Wind und Sonnenstrom für die sichere Stromversorgung vor Ort vorantreiben. Gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden gGmbh (kleVer) und den Stadtwerken Achim muss zukünftig dafür gesorgt werden, dass möglichst jedes geeignete Dach in Achim zur Erzeugung von klimaneutralem Strom genutzt wird. Wir wollen das Baurecht in Achim dementsprechend anpassen.

Gleichzeitig müssen Heizungen, die heute mit fossilen Brennstoffen betrieben werden durch geeignete, klimaneutrale Heizsysteme ersetzt werden. Fernwärmeversorgung oder kleine, dezentrale Wärme Nahversorgungsnetze in den Wohnquartieren können dabei helfen, Gebäude warm zu halten, die mit elektrischen Wärmepumpen und Solarthermie nicht wirtschaftlich zu beheizen sind. 

Finanziell attraktive, energetische Sanierung

Dem Beispiel des Sanierungsgebiets Vogelsiedlung folgend sollen weitere energetische Quartierskonzepte erstellt werden. Damit kann der Gebäudebestand in den Quartieren erfasst und anhand der Energieverbrauchswerte können konkrete Minderungspotenziale erkannt werden.

Aus diesen lassen sich dann Strategien und Maßnahmen ableiten und die Umsetzung kann so gezielt geplant werden. Solche Quartierskonzepte zeigen nicht nur die Möglichkeiten einer zukunftsgerichteten klimaneutralen Quartiersentwicklung auf, sie können auch als Grundlage für die Ausweisung von Sanierungsgebieten nach den §§ 136ff. BauGB genutzt werden.

Die Stadt soll die untersuchten Quartiere als Sanierungsgebiete ausweisen, sodass Private oder Gewerbetreibende, entsprechend dem Einkommenssteuergesetz (§§ 10 f und 7 h EStG) ihre (energetischen) Investitionen in die Bausubstanz um 90 bzw. 100 Prozent der zu zahlenden Steuern mindern können.

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