Termintafel der veranstaltungsreihe

Zwischen 1989 und 2023 gab es in Deutschland 639 tödliche Gewalttaten an obdachlosen Menschen. Das war eine von vielen erschreckenden Aussagen am 14.10.2024 im voll besetzten Achimer Rathaussaal. 

Die „Omas gegen Rechts“ hatten eingeladen zur Auftaktveranstaltung der Wanderausstellung „ERINNERN HEIßT KÄMPFEN – Todesopfer rechter Gewalt in Niedersachsen seit 1990“ und fast 100 Menschen waren am Montagabend gekommen.

Die Omas gegen rechts eröffnen im Rathaus die Ausstellung.
Die Omas gegen Rechts eröffnen die Ausstellung

Nach einer Begrüßung der Initiatorinnen standen zwei Wortbeiträge im Mittelpunkt. Der erste befasste sich mit der Ausstellung im Foyer. Im Hauptteil werden dort auf großen Schautafeln 11 Porträts der Opfer rechter Gewalt gezeigt sowie weitere Fälle tödlicher Gewalt, bei denen es Hinweise auf rechte Tatmotive gibt. Staatlich anerkannt als Todesopfer rechter Gewalt sind bisher nur zwei von ihnen.

Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Lucius Teidelbaum über Obdachlosenhass. Der Historiker und Publizist kennt sich bestens aus, denn er hat nach eigenen Angaben 15 Jahre lang nebenberuflich in Obdachlosen-Unterkünften gearbeitet und intensiv zum Thema recherchiert. In Deutschland leben schätzungsweise etwa 50.000 Menschen auf der Straße. Und diese Ärmsten und sozial Isoliertesten werden nach Teildbaums Recherchen sehr häufig Opfer rechter Gewalt. Er analysiete und benannte die Ursachen dieser Gewalt. Einen Lösungsansatz sieht er im „Housing First“, eine eigene Wohnung ohne jede Voraussetzung. Dieser Ansatz wird in Finnland praktiziert.

Die Wortbeiträge wurden eingerahmt von einfühlsamer Akkordeonmusik der Bremerin Ortrud Staudte. Nach einer kurzen abschließenden Frage- und Diskussionsrunde bedankten sich die „Omas gegen Rechts“ mit Buchgeschenken, bevor sie um 19.45 h die rundum gelungene Veranstaltung beendeten.

Die Vorsitzende des Achimer Stadtrates, Ute Barth-Hajen, beim Betrachten der Ausstellung.

Die Austellung ist bis zum 26.10.2024 im Achimer Rathaus zu sehen: montags von 9-12 h, dienstags bis donnerstags von 8-18 h und freitags und samstags von 9 -13.30 h. Sie hat das Ziel, „an die Menschen zu erinnern, die in Niedersachsen durch rechte Gewalt getötet wurden“. Darüber hinaus sollen „die gesellschaftlichen Hintergründe rechter Gewalt sichtbar gemacht werden ebenso wie der unermüdliche Einsatz für Erinnerung vor Ort“.

 

Weitere Informationen unter: www.erinnern-heisst-kaempfen-nds.d

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