Bei schönstem Herbstwetter machte sich am Dienstagnachmittag eine Delegation der Ratsfraktion, zusammen mit unseren beiden Mentees Helena und Tessa, auf den Weg in die Bierdener Marsch, um den Eigenbetrieb Abwasser zu besichtigen. Einige Ratsmitglieder konnten die eigenen – zum großen Teil schon recht lange zurückliegenden – Kenntnisse über den Prozess der Abwasserreinigung aufzufrischen. So lernten wir gleich zu Beginn der Führung von Herrn Dr. Heußner, dem Leiter des Eigenbetriebs, dass die korrekte Bezeichnung der Anlage eigentlich „Abwassereinigungslage“ lauten müsste und der oft verwendete Begriff „Kläranlage eher veraltet ist.
Zusammen mit dem Klärmeister Herrn Christeit folgten wir auf der Anlage dem „Weg des Wassers“. Er führt von den beiden aus Norden und Osten des Stadtgebietes kommenden Abwasserleitungen über die verschiedenen Klärstufen bis zu der Stelle, an der das gereinigte Wasser wieder in die Weser geleitet wird. Mit großem Engagement und viel Detailwissen bemühten sich die beiden Fachleute, uns die mechanischen, biologischen und chemischen Prozesse näherzubringen und erklärten uns die Aufgabe von Rechen, Schneckenpumpen und hungrigen Bakterien. Unsere Nasen atmeten die unterschiedlichsten Intensitäten von Gerüchen ein und wir konnten stauend in Augenschein nehmen, was so alles im Abwasser landet – was dort nicht hingehört – und erfuhren, welche Probleme Q-Tips und feuchtes Toilettenpapier im Rahmen der Abwasserreinigung verursachen. Das Highlight zum Schluss war der Aufstieg auf den Faulturm, von dem aus wir eine wunderbare Aussicht auf die gesamte Anlage, die herbstlich gefärbte Bierdener Marsch und die Weser hatten. Nach zwei Stunden verabschiedeten wir uns wieder, voll mit Eindrücken und neuen Erkenntnissen.
Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Herrn Heußner und Herrn Christeit, dass sie sich die Zeit für uns genommen haben! Insbesondere für Jan und mich als Mitglieder der Fraktion im Ausschuss für Abwasserbeseitigung war der Besuch eine echte Bereicherung und wir werden die künftigen Sitzungen des Ausschusses mit sehr viel mehr Hintergrundwissen verfolgen können.
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